David Nash   *1945 in Esher, Surrey, England

Für David Nash ist der Dialog mit der Natur stets Ausgangspunkt der Formgebung. Er arbeitet vorrangig mit Holz und auch seine Bronze- und Eisengüsse entwickelt er aus der Arbeit mit dem Holz. Dabei verwendet er stets abgestorbene oder ohnehin gefällte Bäume. Er geht von ihrer jeweiligen Beschaffenheit aus, berücksichtigt ihre Struktur, ihr Alter und ihre Farbe, ihre Formbarkeit, ihre Widerständigkeit oder Verletzlichkeit. Mit der Kettensäge oder mit einfachen Werkzeugen arbeitet er den Hölzern ihnen innewohnende Formen heraus und bezieht die anhaltende Metamorphose des natürlichen Materials in sein Werk mit ein. Aus den massiven Baumstämmen befreit Nash nicht nur die geometrischen Basisformen Kubus, Kugel und Pyramide, sondern auch Archetypen wie Boot, Thron und Kreuz sowie Naturformen wie Ei, Spirale und Samenkorn. Durch das Einschneiden serieller Strukturen fächert er einen massiven Holzblock wie eine Ziehharmonika auf oder verwandelt schwere Baumstämme in filigran wirkende, sich in Spiralen drehende, geschuppt oder zusammengerollt erscheinende Säulen oder Ei-Formen. Bekannt wurde David Nash vor allem auch für seine Holzarbeiten mit ganz oder teilweise karbonisierter Oberfläche. Auch in diesen Werken wird das Prinzip der Metamorphose auf die Kunst übertragen: Nash führt durch das Verkohlen den Übergang des Materials vom organischen in den mineralischen Zustand herbei. Die angekohlte Form wirkt verdichtet, das Augenmerk wird vom Material auf die Gestalt gelenkt.

Als einer der wichtigsten britischen Gegenwartsbildhauer wurde David Nash 1999 zum Mitglied der Royal Academy of Arts in London ernannt. Eine große Retrospektive seines Werks wurde 2010/2011 vom Yorkshire Sculpture Park ausgerichtet. Nash, dessen Arbeiten in zahlreichen Museen der Welt stehen, lebt und arbeitet seit 1967 in Nord-Wales, wo einerseits seine charakteristischen Einzelskulpturen, aber auch Naturinstallationen und Landschaftsprojekte entstehen. In diesen sich über die Jahre verändernden Arbeiten setzt der Künstler einen Prozess in Gang, der von der Natur bestimmt und vollendet wird, so dass der künstlerische Gestaltungwille und die elementaren Kräfte der Natur zusammenwirken. David Nash war bereits mehrfach bei der Skulpturenbiennale „Blickachsen“ vertreten.

 

Nash Ausstellung 
 

David Nash: Columns, Comets and Cork
Ausstellung im Kloster Eberbach

Weitere Werke
Ausstellung 2006 in der Galerie Scheffel
Ausstellung 2003 in der Galerie Scheffel

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