Hans Steinbrenner, *1928, †2008 in Frankfurt am Main

Hans Steinbrenner war Bildhauer im ursprünglichen Sinn, d. h. er arbeitete subtraktiv an einem Holz- oder Steinblock und gestaltete das Material raum- und körperhaft. In den frühen 1960er Jahren fand er zu einer abstrakten Formensprache, die auf kubische Elemente zurückgreift. Bald waren diese Quaderkompositionen an menschliche Proportionen angelehnt, von da an nennt Steinbrenner seine Skulpturen ganz lapidar “Figur”. Mit zeichnerischer Präzision reduziert er die Anschauung des menschlichen Körpers zu streng geometrischen Skulpturen, deren einzelne Elemente nicht symmetrisch angeordnet, sondern geringfügig gegeneinander verschoben sind. Dadurch entsteht eine lebendig wirkende Silhouette und die rhythmisierte Vertikale verleiht der Skulptur eine ganz eigene Dynamik. Auch die Bewegtheit der Oberflächen steht in einem spannungsreichen Kontrast zur strengen Geometrie der Einzelformen. Die Harmonie des Gesamteindrucks entsteht durch das vollendete Austarieren des Verhältnisses aller Teile zum Ganzen, von Symmetrie und Asymmetrie, von Statuarik und Rhythmik.

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