Laura Ford

 

Die 1961 im walisischen Cardiff geborene Laura Ford gehört zu den hellsichtigsten und eigenständigsten Künstlerinnen ihrer Generation. Aus den unterschiedlichsten Materialien kreiert sie skulpturale Collagen in Form von Tier- oder verfremdeten Kindergestalten, die häufig wie große Lumpenpuppen erscheinen – auch dann noch, wenn Sie für die Installation im Außenraum in Bronze gegossen wurden. Diese fantasievollen Figuren wirken zunächst verspielt und entwaffnend, erweisen sich jedoch auf den zweiten Blick stets als tiefgründig und kritisch, indem sie in teils sarkastischer Doppeldeutigkeit auf Armut und Obdachlosigkeit, Verletzung, Gewalt oder Krieg anspielen. Sprichwörter, Kinderreime und Märchen spielen thematisch eine große Rolle in ihren Arbeiten, aber auch soziale und gesellschaftliche Beziehungen oder reale Ereignisse. Laura Ford selbst beschreibt ihre Werke als „eine Mischung aus Humor, Melancholie und Dunkelheit“ – und ergänzt: „Ich bin spielfreudig, wenn ich arbeite. Ich improvisiere skulpturale Akte, bearbeite und überarbeite sie, bis sich mein Verständnis für die Arbeit entwickelt hat“. Ohne Pathos entwickelt Laura Ford eine vielschichtige Symbolsprache, die gegenläufige Empfindungen im Betrachter auslöst, ihn überrascht und gerade dadurch berührt.

Laura Ford studierte Bildhauerei an der Bath Academy of Art und an der Londoner Chelsea School of Art und erhielt anschließend verschiedene Stipendien und Preise, wie etwa den Henry Moore Foundation Award. Die heute in London lebende Künstlerin hat ihre Arbeiten bereits weltweit ausgestellt. Schon im Jahr 2000 beteiligte sie sich an der wegweisenden „British Art Show 5“, 2005 vertrat sie Großbritannien auf der Biennale in Venedig und 2011 zeigte der Frederik Meijer Gardens & Sculpture Park in den USA eine große Einzelausstellung ihrer Werke. Arbeiten Laura Fords sind im öffentlichen Raum verschiedener britischer Städte installiert und gehören zu den Sammlungsbeständen bedeutender Museen wie dem Victoria & Albert Museum oder der Tate Gallery in London.

In Deutschland ist Laura Ford durch ihre mehrmalige Teilnahme an der Skulpturenbiennale „Blickachsen“ und durch die parallel zu „Blickachsen 7“ gezeigte Ausstellung ihrer Werke im Museum Sinclair-Haus bekannt. Nach einer anschließenden Einzelschau in der Galerie im Prediger in Schwäbisch Gmünd, richtete sie Ende 2011 zusammen mit Magdalena Abakanowicz die viel beachtete Eröffnungsausstellung des TextilWerks Bocholt aus. Ebenfalls 2011 gewann Laura Ford den Künstlerwettbewerb des Landes Baden Württemberg „Kunst am Bau – Universitätsfrauen- und Hautklinik Heidelberg“ mit dem Vorschlag einer Installation aus mehreren überlebensgroßen Figuren, der 2012 realisiert wurde. Im gleichen Jahr war eine Doppelausstellung Laura Fords im Bad Homburger Kulturzentrum Englische Kirche und in der Galerie Scheffel zu sehen, 2013 bespielte Laura Ford im Augsburger Schaetzlerpalais die Deutsche Barockgalerie, den Festsaal und den Garten. In der Galerie Scheffel hat Laura Ford ihre Arbeiten in mehreren Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt.

Laura Ford - 2012

Ausstellungen der Galerie Scheffel

Fight or Flight (2016)
Days of Judgment (2012)
Skulpturen in Kloster Eberbach (2012)
Bildhauer-Zeichnungen (2011)
Menschen und Tiere (2010)
Blickachsen 7 (2009)
Rag and Bone (2008)
Blickachsen 6 (2007)

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