Bernar Venet: Arcs – defined proportions of curves
Englische Kirche / Galerie Scheffel
05 September 2003 - 05 Oktober 2003

Kulturzentrum Englische Kirche
Ferdinandsplatz
61348 Bad Homburg v.d.Höhe
Deutschland

Öffnungszeiten :
dienstags bis freitags, 16.00–19.00 Uhr
samstags und sonntags, 14.00–18.00 Uhr

Galerie Scheffel
Ferdinandstraße 19
61348 Bad Homburg v.d.Höhe
Deutschland

Öffnungszeiten:
dienstags bis freitags, 14.00–19.00 Uhr
samstags, 11.00–15.00 Uhr

Info

Ab dem 4. September 2003 nehmen die raumgreifenden Skulpturen des 1941 in Frankreich geborenen Bildhauers Bernar Venet den Innenraum und erstmals auch mit einer großen Arbeit, den Außenraum der Englischen Kirche in Bad Homburg v.d.Höhe ein. Die Ausstellung der Arbeiten Bernar Venets ist für Bad Homburg ein besonderes Ereignis insbesondere vor dem Hintergrund, dass Dank des großzügigen Geschenks der ALTANA AG an die Stadt Bad Homburg bereits eine Skulptur aus der ersten Ausstellung „Blickachsen“ im Kurpark verbleiben konnte. 

In den Galerieräumen zeigt Christian Scheffel, in Ergänzung zu seiner konzentrierten Auswahl der Arbeiten für die Englische Kirche, ein erweitertes Spektrum des künstlerischen Schaffens von Bernar Venet. Hierzu gehören Zeichnungen und kleinformatige Skulpturen, die unterschiedliche gestalterische Ansätze und Aussagen erkennen lassen.

Bernar Venet gehört zu jenen Künstlern, deren Schaffensprozess ganz entschieden durch ein theoretisches Bewusstsein geprägt ist, dessen Vorgang bereits skulptural Prozesshaftes bezeichnet: Auf der Suche nach dem Wesentlichen wird in Etappen Unwesentliches weggetrennt und durch Reduktion zur essenziellen Aussage gefunden. Venets Kunstwerke erschließen den Raum über die verschiedenen Werkphasen sukzessive: vom Bild über das Wandobjekt und das Relief zum skulptural definierten Raum. 1963 findet Venet zunächst seinen Ausgangspunkt bei der Verwendung von Materialien wie Teer oder Kohle. Direkt auf den Boden geschüttet wird der Kohlehaufen in den Raum integriert und nicht mittels eines Sockels isoliert. 1966 zeigt Venet in einer Ausstellung eine technische Entwurfszeichnung und konstatiert, dass die Informationen über das Objekt dem Objekt selbst gleich ist. Dieser Ansatz markiert einen bedeutenden Wendepunkt in Venets Werk: die Verwirklichung radikaler Ansätze der Konzeptkunst. In logischer Konsequenz setzt er danach die Kunstproduktion aus und widmet sich der Theorie. In Paris lehrt er zwischen 1971 bis 1976 an der Sorbonne „Kunst und Kunsttheorie“ und schreibt. Mit der Wiederaufnahme seiner Kunstproduktion orientiert sich Venet an seinem konzeptuellen Ansatz der frühen Werkgruppen, wendet sich jetzt aber der greifbaren Materie zu. Kontinuierliche Reduktion ist Ergebnis seiner theoretischen und plastischen Auseinandersetzung mit der geometrischen Konfiguration und materialisiert sich schließlich in der Linie. Der zunächst strengen geometrischen Linie folgt dann bald durch „Kontextverschiebung“ die „unbestimmte Linie“, die, Höhepunkt seiner bisherigen Arbeit, als Vollplastik aus Stahl den Innen- und Außenraum als materialisierte Bewegung durchdringt.

Katalog

Formeln des Irregulären / Formulae of the Irregular

Bernar Venet

Formeln des Irregulären / Formulae of the Irregular

Galerie Scheffel. Text von Peter Joch (Deutsch/English). 
80 Seiten, Edition Scheffel, Bad Homburg 2006.

ISBN 3-926546-42-5

20,00 €