David Nash
Jakobshallen
14 September 2018 - 25 Mai 2019

Jakobshallen
Dorotheenstraße 5
61348 Bad Homburg vor der Höhe
Deutschland

Öffnungszeiten :
mittwochs bis freitags, 14.00 – 19.00 Uhr
samstags, 11.00 – 15.00 Uhr

Ausgestellte Werke

Info

Vom 14.09.2018 bis 26.01.2019 zeigt die Galerie Scheffel in den Bad Homburger Jakobshallen eine groß angelegte Einzelausstellung des britischen Künstlers David Nash. Die aus der einstigen Jakobskirche entstandenen Ausstellungshallen bieten mit ihrem hochtragfähigen Boden die Möglichkeit, erstmals auch großformatige Bronzen David Nashs gemeinsam mit einer Vielzahl seiner charakteristischen Holzskulpturen und mit einer Auswahl von Kohlezeichnungen und farbigen Papierarbeiten zu präsentieren. So ermöglicht die Ausstellung mit rund 50 Arbeiten aus vier Jahrzehnten einen faszinierenden Einblick in das Schaffen dieses wegweisenden zeitgenössischen Bildhauers. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf jüngsten Werken, die Nash eigens für die Bad Homburger Ausstellung angefertigt hat.

Die Eröffnung der Ausstellung findet am Donnerstag, den 13. September 2018, um 19 Uhr in den Jakobshallen in unmittelbarer Nähe des Bad Homburger Schlosses statt (Dorotheenstr. 5, 61348 Bad Homburg v.d.Höhe). Peter Murray, Direktor des britischen Yorkshire Sculpture Park, wird in das Werk des Künstlers und in diese besondere Ausstellung einführen.

„Es ist großartig,“ so David Nash, „meine Arbeit in diesen wunderbaren Räumen zeigen zu können – in den 20 Jahren der Zusammenarbeit mit Christian, mit der Galerie Scheffel, war die Galerie bei jeder Ausstellung, die wir gezeigt haben, an Reife und Größe gewachsen: Wie ein gesunder Baum hat sie ihre Wurzeln vertieft, ihre Äste ausgebreitet und eine Kraft und Substanz entwickelt, die sich jetzt in den Jakobshallen äußern. Skulpturen, die wir vorher nicht hätten zeigen können, können jetzt hier zusammengebracht werden und ich hoffe, dass viele Besucher kommen.“

Ausgangspunkt der Formgebung ist für David Nash stets der Dialog mit der Natur. Als Bildhauer arbeitet er vorrangig mit Holz und selbst seine Bronze- und Eisengüsse entwickelt er aus einer lebenslangen Auseinandersetzung mit dem natürlichen Material. Bekannt wurde Nash weltweit auch für seine unverwechselbaren Holzskulpturen mit kontrolliert verkohlter Oberfläche. Darüber hinaus hat er Naturinstallationen und Landschaftsprojekte sowie ein umfangreiches zeichnerisches Werk geschaffen.

Die Kraft und die Schönheit der Skulpturen David Nashs verdanken sich der ausgewogenen Balance zwischen den Eigenheiten des Holzes und dessen künstlerischer Bearbeitung. Und auch die Ausdruckskraft seiner Pastell- und Kohlezeichnungen beruht auf dem vitalen Interesse des Künstlers an der plastischen Formfindung und am harmonischen Zusammenwirken von künstlerischem Gestaltungswillen und elementaren Kräften der Natur.

Für seine bildhauerische Arbeit verwendet Nash ausschließlich abgestorbene oder ohnehin gefällte Bäume, die er aus der ganzen Welt zusammenträgt. Bei der Bearbeitung lässt er sich von seinem natürlichen Material leiten. Er geht von der jeweiligen Beschaffenheit der Bäume aus, berücksichtigt ihre Struktur, ihr Alter und ihre Farbe, ihre Formbarkeit, ihre Widerständigkeit oder Verletzlichkeit. Er arbeitet den Hölzern ihnen innewohnende Formen heraus, betont Maserungsverläufe und bezieht die anhaltende Metamorphose des natürlichen Materials als kalkuliertes Moment der plastischen Tätigkeit in sein Werk mit ein: den Umstand, das auch abgelagertes Holz noch ‚arbeitet‘, dass es reißt, sich verzieht oder seine Farbe verändert.

Aus mächtigen Baumstämmen befreit Nash universelle geometrische Formen wie Kubus, Kugel und Pyramide, aber auch symbolträchtige Archetypen wie Boot, Thron oder Kreuz. Er bringt eine Reihe ineinander verschachtelter Quader aus einem Stamm hervor oder erhält die Verästelungen eines Baumes als Grundlage der künstlerischen Form. Durch das Einschneiden serieller Strukturen fächert er einen massiven Holzblock auf zu einem scheinbar luftigen Gebilde oder verwandelt er schwere Baumstämme in filigran wirkende Säulen oder Ei-Formen.

Visuelle Varianten erzeugt David Nash in seinen eindrucksvollen Holzarbeiten mit ganz oder teilweise karbonisierter Oberfläche. Auch in diesen Werken wird das Prinzip der Metamorphose auf die Kunst übertragen: Durch das kontrollierte Verkohlen führt Nash den Übergang des Materials vom organischen in den mineralischen Zustand herbei. Die angekohlte Form wirkt verdichtet, das Augenmerk wird vom Material auf die Gestalt und damit auf die so eigenständige Formensprache dieses außergewöhnlichen Künstlers gelenkt.

David Nash,  1945 in Südengland geboren, studierte zwischen 1963 und 1970 Bildhauerei am Kingston College of Art und an der Londoner Chelsea School of Art. Nach ersten Einzelausstellungen in Großbritannien, gelang ihm der internationale Durchbruch bereits 1980 mit Ausstellungen in New York und Venedig. Seitdem werden seine Werke in der ganzen Welt regelmäßig in einschlägigen Gruppen- und Einzelausstellungen präsentiert. Im deutschsprachigen Raum waren Soloschauen David Nashs zuletzt 2017 in Salzburg zeitgleich auf dem Krauthügel unterhalb der Festung Hohensalzburg und in der Kollegienkirche sowie 2018 im Museum Lothar Fischer zu sehen.

Als einer der wichtigsten britischen Gegenwartsbildhauer wurde David Nash 1999 zum Mitglied der Royal Academy of Arts in London ernannt und 2004 mit dem Order of the British Empire ausgezeichnet. Heute ist der Brite weltweit in privaten Kunstsammlungen und den Beständen der bedeutendsten Museen vertreten – in Europa beispielsweise in der Tate Modern und im Victoria & Albert Museum, in den Uffizien, im Rijksmuseum Kröller-Müller und im Louisiana Museum für Moderne Kunst, in den USA etwa im Guggenheim Museum und im Metropolitan Museum of Modern Art, ferner in Japan und in Südkorea, in Australien und in Kanada. Darüber hinaus prägt sein Werk den öffentlichen Raum zahlreicher Städte auf allen Kontinenten.

Geöffnet ist die Ausstellung „David Nash“ in den Jakobshallen  der Galerie Scheffel mittwochs bis freitags von 14 bis 19 Uhr und samstags von 11 bis 15 Uhr.

Pressefotos stellen wir gerne honorarfrei zur Verfügung.