Joana Vasconcelos

Ausgewählte Werke

Ausstellungen

Joana Vasconcelos: Maximal

Max Ernst Museum Brühl des LVR
7. April – 4. August 2019

Blickachsen 11

Joana Vasconcelos: Bad Homburg
Veranstalter: Stiftung Blickachsen
21. Mai – 1. Oktober 2017

Joana Vasconcelos

Galerie Scheffel - Jakobshallen
28. April - 21. Oktober 2017

Blickachsen 10

Joana Vasconcelos: Bad Homburg
Veranstalter: Stiftung Blickachsen gGmbH
31. Mai – 4. Oktober 2015

Bücher

Joana Vasconcelos: Maximal

Max Ernst Museum 2019

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Joana Vasconcelos

Wienand Verlag 2019

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Biografie

Joana Vasconcelos

Joana Vasconcelos, Jahrgang 1971, ist eine der wenigen europäischen Künstlerinnen ihrer Generation, die schon heute international im Rampenlicht stehen. Mit kritischem Blick auf die Welt, mit Humor und grenzenloser Erfindungskraft entwirft sie monumentale Außenraumprojekte ebenso wie subtile Fantasieräume und farbenprächtige, stets dreidimensionale textile Werke. Anspielungsreich und im besten Sinne herausfordernd, hinterfragen die Arbeiten der Portugiesin herkömmliche Rollen- und Klassenzuschreibungen und durchleuchten den Hintergrund nationaler Identität. Sie stellt überlieferte Symbole und Dinge des täglichen Gebrauchs in neue, ungewohnte Sinnzusammenhänge und lotet die Grenzen zwischen Privatem und Öffentlichem aus. Verweise auf Phänomene der Kunst- und Kulturgeschichte gehören genauso zu ihrem Repertoire wie der Brückenschlag zwischen Tradition und Moderne.

Bei der kreativen Umsetzung ihrer Ideen knüpft Vasconcelos an die Grundgedanken des Nouveau Réalisme und der Pop-Art an und entwickelt eine ganz eigene, unkonventionelle und frische künstlerische Sprache. Sie arbeitet mit alltäglichen Objekten und Materialien, setzt Licht, Klang und Bewegung ein und ruft spielerisch Verfremdungseffekte hervor. Charakteristisch für ihr Werk ist die Verwendung traditioneller Handwerks- und Handarbeitstechniken: Handbemalte Fliesen, schmiedeeisernes Gitterwerk, Gestricktes, Gehäkeltes und Geklöppeltes überführen Elemente des häuslichen Umfelds subversiv in neue und überraschende Kontexte. Dabei eröffnen die Titel ihrer häufig ortsbezogenen Werke einen zusätzlichen Deutungsspielraum. So gelingt es der Portugiesin immer wieder, eine neue Sicht auf das zu provozieren, was uns umgibt.

Schon während ihres Kunststudiums in Lissabon (1989–96) beteiligte sich Vasconcelos an ersten Ausstellungen und feierte rasch frühe Erfolge. Der internationale Durchbruch gelang ihr im Alter von nur 33 Jahren 2005 bei der Biennale in Venedig mit der Installation "A Noiva" (Die Braut), einem gigantischen, im Licht schimmernden Kronleuchter, der erst aus der Nähe zu erkennen gibt, dass er aus 14 000 Tampons in ihrer glänzenden Umhüllung besteht. Seither stellt die Portugiesin weltweit aus. Mit ungeheurer Energie entwickelt sie ihr originäres und umfangreiches Werk, für das sie nicht nur bereits etliche Kunstpreise, sondern 2009 mit dem Komturkreuz des Ordens des Infanten Dom Henrique auch einen portugiesischen Verdienstorden erhielt. Heute sind ihre Arbeiten vielerorts im öffentlichen Raum anzutreffen und rund um den Globus in nennenswerten Museen genauso wie in privaten Kunstsammlungen vertreten.

Eine erste Retrospektive der Werke von Joana Vasconcelos fand 2010 im Museu Coleção Berardo in Lissabon statt. Zwei Jahre später richtete sie als erste Frau und bisher jüngste Künstlerin eine Soloschau im Schloss Versailles aus, die mehr als 1,6 Millionen Besucher anzog. In jüngerer Zeit nahm die Künstlerin zwei weitere Male an der Venedig-Biennale teil: 2013 gestaltete sie als Vertreterin Portugals mit dem Projekt "Trafaria Praia" erstmals in der Geschichte der Biennale einen schwimmenden Länder-Pavillon, und 2015 entwarf sie für den Swatch-Pavillon die Installation "Giardino dell’Eden". Im Fokus der internationalen Kunstwelt standen zuletzt auch ihre umfangreichen Ausstellungen etwa im israelischen Tel Aviv Museum of Art (2013), in der britischen Manchester Art Gallery (2014), im chinesischen MGM Macau (2015) oder im dänischen ARoS Aarhus Kunstmuseum (2016). 2018 zeigte Vasconcelos in Spanien eine Einzelausstellung im Guggenheim-Museum Bilbao.

Auch in Deutschland ist Joana Vasconcelos keine Unbekannte: Sie war bereits zwei Mal bei der internationalen Skulpturenbiennale Blickachsen vertreten und hat – gemeinsam mit zwölf weiteren namhaften Künstlerinnen und Künstlern aus verschiedenen Ländern – 2016 an der groß angelegten Eröffnungsausstellung der Bad Homburger Jakobshallen teilgenommen. Anschließend wurde 2017 als erste Einzelausstellung in den neu eröffneten Jakobshallen zugleich Joana Vasconcelos’ erste Einzelausstellung in Deutschland präsentiert. Zuletzt war 2019 im Max Ernst Museum eine Einzelausstellung der Künstlerin zu sehen.