Michael Croissant

Ausgewählte Werke

Ausstellungen

Michael Croissant

Galerie Scheffel – Ferdinandstraße
28. Februar  – 05. April 2014

Blickachsen 1

Michael Croissant: Bad Homburg
Veranstalter: Galerie Scheffel
25. Mai – 26. Oktober 1997

Biografie

Michael Croissant

Michael Croissant gilt unbestritten als einer der herausragenden Protagonisten der deutschen Bildhauerei in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Er gehört zu den wenigen deutschen Bildhauern seiner Generation, die noch einmal eine eigenständige und für die Geschichte der Skulptur bedeutsame figurative Position hervorgebracht haben. In Auseinandersetzung mit der Kunst der Vergangenheit und mit der internationalen Bildhaueravantgarde fand er zu abstrahierenden Darstellungsformen von intensiver Ausdrucks- und Verweiskraft. Noch heute ist sein Einfluss auf die Werke Jüngerer häufig unverkennbar. 
 
Croissants bildnerisches Denken kreist um zwei für die jahrhundertealte Tradition der Skulptur verbindliche Themen: die Darstellung des Menschen in Form der aufrecht stehenden Gestalt sowie des Kopfes. Seine Formensprache ist gekennzeichnet durch eine zunehmende Reduktion, eine kontinuierliche Zurücknahme, einen Vorgang der Abstraktion und der Vergeistigung von Figur, wie er in der zeitgenössischen Bildhauerei einzig ist. Noch seine zur geometrischen Hohlform reduzierten Bronze- oder Eisenfiguren verblüffen durch ihre körperhaft existentielle Präsenz. Und auch die in subtilen Variationen aus geometrischen Grundformen artikulierten Büsten und Köpfe seines Spätwerks bezeugen höchste künstlerische Konzentration.

Der in Landau in der Pfalz geborene Michael Croissant (1928-2002) besuchte im Anschluss an eine Steinmetzlehre die Schule des deutschen Handwerks sowie eine private Kunstschule, bevor er an der Akademie der Bildenden Künste München bis 1953 bei Toni Stadler Bildhauerei studierte. Von 1966 bis 1988 hatte Croissant selbst eine Professur an der Städelschule in Frankfurt am Main inne. Er erhielt für seine wegweisenden Arbeiten alle wichtigen Preise für Bildhauerei in Deutschland und wurde 1993 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Croissant war Mitglied des Deutschen Künstlerbundes, der „Neuen Gruppe“ München, der Darmstädter Sezession und der Bayerischen Akademie der schönen Künste.

Schon 1959 nahm der Künstler an der Biennale im belgischen Middelheim teil, viele weitere Ausstellungen in Deutschland und auch in anderen europäischen Ländern folgten. Eine Retrospektive seines Werks wurde 1990 vom Frankfurter Kunstverein als Wanderausstellung ausgerichtet und 1997 war Croissant in der ersten Ausstellung der Skulpturenbiennale „Blickachsen“ vertreten. Etliche seiner Skulpturen sind im öffentlichen Raum installiert (etwa in Berlin, Frankfurt, Köln, München oder Peking) und zahlreiche Arbeiten gehören privaten Sammlungen oder Museumsbeständen an, beispielsweise denjenigen des Frankfurter Städels, des Lehmbruck Museums in Duisburg, des Museums Ludwig in Köln oder des Lenbachhauses und der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen in München, um nur einige zu nennen.

Die Galerie Scheffel richtete erstmals 1991 eine eigene Ausstellung mit Werken Michael Croissants aus. Vom 28.2. bis zum 5.4.2014 zeigte die Galerie Scheffel zahlreiche großformatige und auch kleinere Skulpturen dieses bedeutenden Künstlers, die in den letzten drei Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts entstanden. Diese Ausstellung ermöglichte einen Einblick in die abstrakt-figurative Bildwelt des Michael Croissant und vermittelte einen Eindruck der formalen Vielfalt und der künstlerischen Originalität seines Werks.